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Ein Saison-Start nach Mass – zumindest neben dem Platz

Oder, wie ich gerne zu sagen pflege: wenn das Resultat zur Nebensache verkommt… nach wochenlangem Warten und sehnlichstem Vermissen ist es heute so weit. Ich habe vor Aufregung kaum geschlafen, denn heute ist der Tag aller Tage… KÖNIG FUSSBALL IST ZURÜCK! Adieu Sommerpause und willkommen zurück, Fussball, du grosse Liebe von uns allen! Aber der Reihe nach…

Wir schreiben den 21. Juli 2018, einen gewöhnlichen Samstagmorgen mitten im Luzerner Hochsommer. Gewöhnlich? Von wegen! Heute starten wir in die neue Saison der Nationalliga A. Mit einem Heimspiel an einem Samstag-Abend. Wie geil ist das denn bitteschön?! Es ist alles angerichtet für ein wahres Fussballfest. Nicht nur, dass mit dem Aufsteiger Xamax ein durchaus schlagbarer Gegner auf unsere Mannschaft wartet, die USL haben einmal mehr ein Programm aus dem Hut gezaubert, das jedes Fan-Herz höher schlagen lässt. Einem ominösen OK ist das Meisterstück gelungen, die Bewilligung für ein Festzelt auf dem Vorplatz der (un)geliebten Arena einzuholen.

Im Festzelt schellt das Telefon

Schon 3 Stunden vor Spielbeginn dürfen die Fässer angestochen werden. Man trifft sich frühzeitig auf der geliebten Allmend, man diskutiert die Transfers des Sommers, den Ausblick aufs Spiel und die neue Saison oder schwelgt noch ein bisschen gemeinsam in den Erinnerungen an den verrückten Abschluss der letzten Saison (Gruss an SG an dieser Stelle… EUROPAPOKAAAL! Aber das ist eine andere Geschichte…). Als es Zeit wird, ins Stadion zu gehen, fällt auf, dass das Spiel für einige bereits jetzt zur Nebensache verkommen ist. Man unterbricht die ausgelassene Feierei, wenn auch etwas widerwillig. Vielleicht geht’s ja drinnen gleich weiter mit Jubel, Trubel, Heiterkeit, der Pasci wird wohl in der 5. Minute das Schützenfest für uns eröffnen. Oder so.

Gegner auf dem Platz, Freunde am Tresen

Oder eben nicht. Unseren Mannen auf dem Platz wird vom Aufsteiger ordentlich ans Bein gepinkelt, wir verlieren ein unspektakuläres Spiel mit 0:2. Die Laune trüben mag uns das aber nicht – ganz im Gegenteil. Der Abpfiff wird trotzdem ausgiebig bejubelt, schliesslich geht die Party erst jetzt richtig los. Wir dürfen wieder raus ins Zelt, wo die Niederlage wie ein Sieg begossen und das Resultat schnell vergessen wird. Es wird getanzt, es wird gesungen, man liegt sich in den Armen… Auch die Spieler (sowohl des eigenen Teams, als auch der Gäste aus Neuenburg) lassen es sich nicht nehmen, diesem Spektakel beizuwohnen, sogar Fussballgott CL7 höchstpersönlich beehrt die feiernde Meute vor und hinter dem Tresen.

Der ganz normale Wahnsinn

Es fehlt an nichts an diesem Abend: Bier und Schnaps in rauen Mengen, Feierexzesse, Skandale – es war uns allen nicht zu viel versprochen worden. Böse Gerüchte besagen, dass so ausgiebig zu den besten Malle- und Fussball-Hits gefeiert wurde, dass sogar in bester Ballermann-Manier unter den Tisch gepinkelt wurde. Oder andere von ihren Freundinnen nach Hause getragen werden mussten. Oder wieder andere bis heute ihr Fahrrad vermissen (oder ist das inzwischen wieder aufgetaucht, Herr J. aus L.?)

Ich selber weiss nicht mehr so genau, wann und wie ich an diesem Abend nach Hause gekommen bin. Hach, die gute, alte Zeit. Fussballwahnsinn, du fehlst uns!

Verfasst von: Jill

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