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Wankdorf-Selfie

Nach einer überraschend guten, ersten «Nachbeinahekonkurs»-Saison (Teil 3) hat man es in der darauffolgenden Spielzeit 2000/2001 als souveräner Tabellenletzter ohne weitere Mühe in die Auf-Abstiegsrunde geschafft.

Dort wartete unter anderem das biedere, ebenfalls vor sich hin darbende und schlecht besuchte YB mit seinem alten Wankdorf auf uns. Im Hinspiel zwei Wochen zuvor hat uns Alexandre Rey zum gloriosen 1:0 Heimtriumph gegen die Bienchen geschossen.

Nach der Hälfte der Abstiegsrunde lagen wir somit auf dem vielversprechenden zweiten Tabellenrang und waren dementsprechend motiviert, um auch auswärts richtig einzufahren. So traf man sich voller Vorfreude auf den Tag in Luzern am Bahnhof, um den EXTRA (von uns ausgesuchten Regel-) ZUG zu besteigen. Mit (fast) allem was die Luzerner Szene zu bieten hatte und sich weder zu schade war, bei dem sch... Wetter in der Kälte zu stehen oder von der kreativen Berner Kurve abpassen zu lassen, machte man sich auf den Weg. Als wir unseren (Abteil im) Wagen erreicht und uns eingerichtet hatten, ging die Reise los. Wobei mir gerade einfällt, wie hat unserer Ganja-Crew damals eigentlich die doch mehr als eine Stunde dauernde Fahrt überstanden!? Wahrscheinlich wurde deshalb extra noch ein Stopp in Olten eingelegt. Egal, auf jeden Fall waren wir irgendwo zwischen Olten und Bern unterwegs, als uns der Anruf von Peter Fleischli, Godfather of all Teammanagers, ereilte und er uns mitteilte, dass das Spiel abgesagt wurde.

Na toll, wie erwähnt, Kackwetter, bald in Bern, mit uns ein prallgefüllter Zug. Was machen wir denn nun!? Da wir nun schon mal da waren und das Ende des legendärsten Schweizer Fussballstadions ebenfalls absehbar war (Euro 08 lässt grüssen), wollten wir uns die Chance nicht entgehen lassen, um uns dort nochmals gebührend in Szene zu setzen. So zogen wir nach Ankunft am Berner Hauptbahnhof geschlossen und auf direktem Weg Richtung Stadion. Die Berner Verkehrsbetriebe waren da sehr unkompliziert und haben uns ohne weitere Vorkehrungen etc. problemlos transportiert. Beim Stadion unseres zweit- und drittgrössten Triumphes angekommen, wurden wir auf Grund unserer Masse anstandslos ins Stadion eingelassen. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass die ganze «Pre-Game»-Infrastruktur schon beinahe wieder abgebaut war, als wir eintrafen. So standen wir alle zusammen alsbald auf dem berühmten Wankdorf-Grün. Dieser Moment sollte natürlich auch entsprechend festgehalten werden. Und nach ordentlichem Zusammenrücken und Absprechen, damit auch alle irgendwie auf das Bild passen, entstand dies ...

Da wir an diesem Tag ausser Nässe und Kälte (und dem Foto) nicht vielmehr mit aus Bern nachhause mitgenommen haben und es am Dienstag danach beim Nachholspiel (2:0-Niederlage) ebenfalls nicht mehr zu holen gab, erfuhr ich Jahre später, dass uns immerhin etwas (einiges) erspart blieb:

Die damals doch recht erbauliche Berner Eastside hatte sich für diesen Tag für uns fein gemacht. Als sie dann von der Spielabsage hörten, haben sie sich aber über die Strasse zur BEA zurückgezogen. Tja, besser für sie (oder uns?). Prost!

Verfasst von: Master

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